Bildungsräume im Kreislauf der Natur

Hochwertige und inspirierende Bildungsräume für Kindergärten, Schulen und Unternehmen zu schaffen, die mit der Natur im Einklang sind , und Naturkreisläufe transparent und nachvollziehbar abbilden – das ist das Ziel von Living Circles und seinem innovativen Yurta-System.

Der Wunsch, die kindliche Neugier und Entdeckerfreude zu fördern, und die damit verbundene intensive Auseinandersetzung mit Bildungsfragen haben die Gründer von Living Circles, Krishna Saraswati, Daniel Fels, Felix Ziegenbein, Bernhard Hanel und Robin Wagner, zusammengebracht. Schon lange beschäftigt sich der Initiator und künstlerischer Leiter von Living Circles, Krishna Saraswati mit der Frage, was passieren muss, damit die Wünsche der jungen Menschen und ihre Fragen an Bildung einen äußeren Ausdruck finden. Seine Antwort: Raumgestaltung sollte den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Dafür entwickelt er Raumlösungen, die junge Menschen inspirieren und ermutigen. Mit Kreativität und einer Mischung aus Naturverbundenheit und Innovationsfreude entstehen so völlig neue Raumkonzepte.

Bildungsräume
Bildungsräume
Quelle: Living Circles

Nach Abschluss seines Regie-Studiums war Krishna Saraswati mit einer Filmreihe in zahlreichen Schulen zu Gast. Die dortigen Gespräche haben ihm gezeigt, dass eine große Sehnsucht nach einem anderen Bildungssystem besteht. Dabei geht es nicht um oberflächliche Veränderung, sondern um einen komplett neuen Ansatz, wie Bildung überhaupt gestaltet werden kann. Living Circles installiert in Bildungsräumen natürliche Wasser- und Stromkreisläufe, um die Natur hautnah erlebbar zu machen. „Wenn Kinder im Kindergartenalltag erleben, dass das gebrauchte Spülwasser in der Pflanzenkläranlage gereinigt werden kann, dass Strom von der Sonne produziert wird und das Essen im Garten nachwächst, dann prägt sie das für das ganze Leben“, sagt Krishna Saraswati.

So macht etwa ein sichtbarer Wasserkreislauf den Weg des Wassers zum Erlebnis: Aus großen Glaskolben fließt das Wasser per Schwerkraft zu den Waschbecken und von dort als Brauchwasser in die Pflanzenklärung, wo es gereinigt wird und anschließend als Gießwasser verwendet werden kann. Der Wasseranschluss erfolgt über das öffentliche Trinkwassernetz oder alternativ über ein autarkes Trinkwassersystem. In diesem Fall wird Regenwasser, Quellwasser, Brunnenwasser oder angeliefertes Wasser in einer Zisterne gesammelt und über ein Filtersystem gereinigt. Mit diesem sichtbaren Wasserkreislauf schafft man automatisch ein Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen. Denn der übermäßige Gebrauch eines Einzelnen hat Konsequenzen für die ganze Gemeinschaft. So kann im Kleinen vorgelebt werden, was im Großen stattfindet.

Den Stromkreislauf veranschaulicht eine Smartflower – eine hydraulisch gesteuerte Photovoltaik-Inselanlage mit Lithiumakku. Sie öffnet ihre „Blüte” am Morgen, folgt dem Lauf der Sonne und macht so Stromerzeugung mit Sonnenkraft erlebbar. Sichtbare Leitungswege führen in den Innenraum, sodass auch kleine Kindergartenkinder ganz ohne Erklärungen verstehen, dass die Sonne den Strom für das Licht produziert.

Bildungsräume Quelle: Living Circles
Bildungsräume
Quelle: Living Circles

Je nach Standort bindet Living Circles auch den Nahrungskreislauf in das naturnahe Raumkonzept ein. Dieses Kreislaufkonzept umfasst einen Garten mit eigener Kompostanlage, Hochbeete und ein geodätisches Gewächshaus (Konstruktionen einer sphärischen Kuppel mit einer Substruktur aus Dreiecken) für den ganzjährigen Anbau von Gemüse. Die Kinder erleben so von klein auf, wie Gemüse angebaut, geerntet und zu einer leckeren Mahlzeit zubereitet wird. Komplettiert wird der Nahrungskreislauf durch Trockentrenntoiletten, die hochwertigen Humus für Sträucher und Bäume liefern. Die Natur wird so für die Kinder spürbar und erlebbar. Das Konzept schafft eine ganz andere Beziehung zur Umwelt. Der Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist dabei als ein Prozess von Geben und Nehmen gestaltet, der von den Kindern nachvollzogen werden kann. An der einen Stelle wird etwas aus der Natur entnommen (zum Beispiel Brennholz oder Gemüse aus dem Garten) und an der anderen Stelle wird dafür etwas zurückgegeben (zum Beispiel frischer Humus oder gereinigtes Wasser). „Wir bringen Kinder in die Natur. Im Zusammenhang mit den einzelnen Kreisläufen können wir auf den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde verweisen. Welchen Wert hat die Natur für die Entwicklung der Kinder? Die Umwelt wird hier zur Mitwelt. Die Begegnung mit der Natur findet auf Augenhöhe statt und es entsteht ein ,Bienen-Bewusstsein‘, das heißt ein Geben und Nehmen wie bei den Bienen, die Nektar sammeln und dabei die Pflanzen bestäuben“, erklärt der Unternehmer und Mitgründer Robin Wagner.

In Verbindung mit den erlebbaren Naturkreisläufen ist es Living Circles wichtig, den Bildungseinrichtungen ein mobiles Raum-Konzept zu bieten. Ein Raum, der sich harmonisch in die Natur einfügt, zeigt den Kindern ohne Worte einen respektvollen Umgang mit der Umwelt. Sorgfalt bei der Herstellung und die Verwendung von hochwertigen, natürlichen Materialien wie Eichenparkett oder

Wollfilz vermittelt auf materieller Ebene Natürlichkeit. Dabei werden mobile Räume wie etwa die Jurten nicht als „alternative Räumlichkeiten“ zu normalen Festbauten von Kindertageseinrichtungen gesehen, sondern als Ausgangspunkt für Entdeckungen in der Natur. So wurde bei Living Circles als erstes Raumkonzept-Produkt ganz bewusst die Jurte gewählt. Dabei soll sich vor allem die Freiheit und Ruhe in der Natur auch im Innenkonzept der Jurten widerspiegeln: Um den runden Raum wirken zu lassen und frei zu sein für unterschiedliche Funktionen und Aktivitäten, soll auch in der Inneneinrichtung so weit möglich auf konventionelle Möbel verzichtet werden. Wenige multifunktionale Einrichtungsgegenstände wie Hocker, Sitzkissen, Bretter und Haken sollen Ausgangspunkt für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten sein. Anstatt fertiger Spielzeuge gibt es hochwertige Werkzeuge, um selbst kreativ tätig zu werden. Die Kinder können aus beweglichen Elementen, Tüchern und Stangen Spiel- und Rückzugsräume gestalten.

Die Gründer von Living Circles können allesamt auf eine langjährige Erfahrung und Kompetenz als Unternehmer und Projektleiter zurückblicken. Sie profitieren dank ihrer bereits lange bestehenden Aktivitäten und Unternehmen von einem großen Netzwerk und einer Vielzahl an Möglichkeiten, die es ihnen erlauben, neue und spannende Vorhaben auf einem hohen Niveau zu realisieren. Mit den Produkten und Angeboten von Living Circles wollen die fünf Gründer viel Bewegung in die Bildungsslandschaft bringen. Wenn es nach ihnen geht, führt die Reise in die Zukunft weg vom staubigen Klassenzimmer und zurück ins Leben. Statt Lernfabriken entstehen mehr und mehr lebendige und spannende Räume, in denen junge Menschen mit Neugier und Entdeckerfreude ihre eigenen Potenziale entfalten können.


Felix Ziegenbein
Felix Ziegenbein ist geschäftsführender Gesellschafter der Heinz Ziegenbein GmbH & Co. KG und der Reinhardt GmbH. Derzeit gründet er mit vier Partnern die Firma Living Circles, Entwicklung, Gestaltung und Bau innovativer und naturnaher Bildungsräume.