Vanessa Weber hat eine Stiftung gegründet. Sie möchte sich damit noch mehr engagieren für Kinder, Jugend, Klimaschutz und ein besseres Miteinander von Ökonomie und Ökologie.

Vanessa Weber

Die Unternehmerin Vanessa Weber hat eine Stiftung für Bildung und Nachhaltigkeit gegründet. „Kinder sind die Zukunft unseres Landes und unseres Wirtschaftsstandortes. Kinder haben Rechte, vor allem das Recht, in einer gesunden und natürlichen Umwelt aufzuwachsen, zu leben und sich zu entfalten. Kinder brauchen eine Zukunft. Für diese Zukunft sind die jeweils Erwachsenen verantwortlich. Was sie als Erbe hinterlassen, beeinflusst Kinder und Jugendliche massiv. Wir alle haben eine Verantwortung zu übernehmen für nachfolgende Generationen, für unsere Kinder und Enkel“, heißt es in der Präambel ihrer Stiftung.

Wir müssen aufhören, Wirtschaft und Klima gegeneinander auszuspielen

Damit hat Vanessa Weber ihre Idee klar umrissen: Erwachsene mehr in die Verantwortung für die Themen Klimaschutz sowie eine sinnvolle Verbindung von Ökonomie und Ökologie nehmen, Kinder und Jugendliche befähigen, sich selbst zu engagieren und zu entwickeln, damit sie selbst an einer positiven Zukunft mitgestalten können und mehr Bewusstsein schaffen für Zusammenhänge menschlichen Agierens mit der Natur und knappen Ressourcen. „Die Kinder von heute sind die Jugendlichen und Erwachsenen von morgen, die etwas ändern können an der jetzigen Misere. Es sind die, die den Unterschied machen und uns aus dem Dilemma führen werden. Kinder darin zu bestärken und sie zu den notwendigen Veränderungen zu befähigen, das ist die Pflicht der heute aktiven Generationen“, sagt sie.

Wirtschaftliche Jugendbildung hilft, das Verständnis für Nachhaltigkeit zu vergrößern

„Bildung und Aufklärung sind der Schlüssel“, erklärt Vanessa Weber. Es reiche nicht, einfach Projekte zu initiieren. Kinder und Jugendliche müssten die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge verstehen, um abwägen und mitentscheiden zu können. Nachhaltigkeit sei auch und vor allem eine Frage des Wissens und der Bildung, auch der wirtschaftlichen und ökologischen Bildung. Wissensvermittlung wird deswegen ein großer Akzent ihrer Stiftung sein.

Bäume pflanze nfürs klima

Kinder, so Vanessa Weber, müssten sich frei entfalten können. „Als Unternehmerin ist mir unternehmerische Freiheit und wirtschaftlicher Erfolg besonders wichtig. Der darf aber nicht zu Lasten anderer gehen.“ Vor diesem Hintergrund steht für Weber der Begriff Verantwortung sehr weit oben auf der Agenda. „Diesem Gedanken folgend gründe ich diese Stiftung zu meinen Lebzeiten und setze damit ein Zeichen für mehr Verantwortung meiner Generation für das Leben zukünftiger Generationen. Ich möchte Menschen in Erfolg bringen, sie befähigen und sie wachsen lassen zu verantwortungsbewussten Mitmenschen in einer nachhaltigen und sozialen Gesellschaft“, heißt es auf der Website der Vanessa Weber Stiftung für Bildung und Nachhaltigkeit weiter.

Engagement auf viele Ebenen

Seit vielen Jahren treibt Weber Projekte rund um die Themen Klimaschutz voran. Sie engagiert sich regional bei Plant-for-the-Planet, unterstützt die Initiative Entrepreneurs for Future, pflanzt Bäume im großen Stil, spendet für Kinder- und Jugendprojekte und publiziert auf diversen Plattformen. Nun bündelt sie ihre vielen Initiativen in ihrer Stiftung, ohne dabei an anderer Stelle nachlassen zu wollen. „Ich werde mit meinem Unternehmen weiterhin spenden und mich für das Gemeinwohl einsetzen. Ich möchte auch weiterhin ein guter Arbeitgeber sein, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, sich bei der Arbeit selbst zu entfalten, zu entwickeln und Raum für eigene familiäre und soziale und Aktivitäten zu haben“, macht sie deutlich. Die eigene Stiftung sei kein Ersatz, sondern eine Ergänzung ihrer zahlreichen Aktivitäten.

Erfolgs- und Vorbildunternehmerin

Vanessa Weber gilt vielen als die Stimme des Mittelstands. Sie ist Bloggerin und Fachautorin namhafter Medien, Influencerin rund um die Themen modernes Unternehmertum, Innovation und Führung sowie Vortragsrednerin auf Kongressen und Tagungen. Sie ist Geschäftsführerin der Werkzeug Weber GmbH & Co. KG in Aschaffenburg. Sie führt das Familienunternehmen in vierter Generation. Im Alter von 22 Jahren stand sie vor der großen Aufgabe, das Unternehmen als Nachfolgerin zu übernehmen. Sie stellte sich dieser Herausforderung und hat es gemeinsam mit ihrem Team in den Jahren danach geschafft, den Umsatz mehr als zu verfünffachen und den unternehmerischen Erfolg der Firma grundlegend neu zu gestalten. Sie setzt auf Innovationen und neue Geschäftsfelder sowie auf Nachhaltigkeit. 2019 wurde sie vom Bundeswirtschaftsministerium als „Vorbildunternehmerin“ ausgezeichnet.

Eine Stiftung ist nicht einfach

Das mit der Stiftung habe sie sich allerdings etwas leichter vorgestellt. „Ich bin es als Unternehmerin und bei meinem Engagement bislang immer gewohnt gewesen, schnell Entscheidungen zu treffen, mir dann die Mittel zu besorgen und mit der Umsetzung zu beginnen. Jetzt stelle ich fest, dass ich an sehr vielen Stellen reglementiert bin. Eine Stiftung ist kein flexibles Instrument“, beschreibt sie rückblickend.

Ohne intensive Beratung durch die Bank und Juristen wäre sie verloren gewesen, gibt die Unternehmerin zu. Bislang habe sie beispielsweise sehr offen auch auf der Website ihres Unternehmens für ihre sozialen Projekte geworben. „Das geht jetzt nicht mehr so einfach. Die ganze Außendarstellung ist komplexer geworden“, weiß sie zu berichten. Auch „mal eben“ etwas spenden oder Spenden sammeln, gehe nicht mehr. Die Dokumentationspflichten und rechtlichen Anforderungen seien sehr hoch. Hinzu kommt, dass Vanessa Weber auch Vorträge hält und als Mentoren für jungen Unternehmen gebucht wird. „Ich muss das alles trennen, obwohl das bei mir strategisch und gedanklich zusammenhängt.“ Denn, weil sie sehr oft als Expertin in den Medien und auf der Bühne präsent ist, kann sie viele Menschen erreichen. „Genau das möchte ich ja, für die Sache und meine Projekte werben“, macht die deutlich. Dass das jetzt aber nicht mehr so einfach ist, weil Stiftungen de facto einem Werbeverbot unterliegen, hätte sie gerne auch vorher gewusst. „Das ist schon sehr anspruchsvoll.“

„Das Image der Stiftung als Steuersparmodell für Reiche ist leider sehr weit verbreitet“

Ohne rechtliche Beratung und eine gewisse Affinität zu Gremien und Strukturen, sei eine Stiftungsgründung kaum machbar. „Wer sich einfach nur gesellschaftlich einbringen möchte und dafür einen Rahmen sucht, sollte sich nach etwas Einfacherem umsehen“, so Weber. Man binde sich organisatorisch, regulatorisch und finanziell für sehr lange, eigentlich ja für immer. Geld, das einmal in die Stiftung eingelegt ist, ist nicht mehr verfügbar außerhalb des sehr engen Stiftungszweckes und der Beschlusslage. „Spontan ist da gar nichts. Und das Finanzamt guckt da auch sehr genau hin“, berichtet Weber. „Das Image der Stiftung als Steuersparmodell für Reiche ist leider sehr weit verbreitet. Das macht es den Gründern dann nicht leicht.“

Heute sei sie aber froh, den Weg gegangen zu sein. „Eine Stiftung ist ein Versprechen an die Zukunft und organisierte Verantwortung für die Nachwelt. Sie ist an sich etwas Nachhaltiges und hat deswegen in ihren Aktivitäten auch eine große Wirkung“. Das sollte beflügeln und motivieren. Wer sich entscheide zu stiften, der hat auch eine Entscheidung für die Gesellschaft getroffen.

https://vanessa-weber.org/