Outplacement demokratisieren

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Wenn Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen, führt das oft zu persönlichen Verletzungen und ungewollten Drucksituationen auf beiden Seiten. Eine professionelle Trennung kann das verhindern.

Unternehmen geben sehr viel Geld für Employer Branding, Recruiting-Prozesse, Job-Integration und Weiterbildungsmaßnahmen aus. Sie investieren in ihre Mitarbeiter dann, wenn es darum geht, sie zu gewinnen, zu binden und sie bezogen auf die Anforderungen der Tätigkeit technisch und persönlich zu optimieren. Kommt es irgendwann zur Trennung – sei es, weil das Unternehmen umstrukturiert wird oder weil der Mitarbeiter einfach nicht mehr in die Mannschaft passt – wird oft nichts mehr investiert. Im Gegenteil: Dann soll das Ganze möglichst schnell und kostengünstig gehen. Die Haltung, dass die soziale Verantwortung des Arbeitgebers nicht mit der Kündigung endet, liegt noch selten vor. Den Mitarbeiter trotz Trennung bei einem schnellen beruflichen Wiedereinstieg zu unterstützen, wäre hier der richtige Weg. Das Ergebnis sehen die Unternehmen dann häufig auf Bewertungsplattformen für Arbeitgeber wie kununu oder in sozialen Netzwerken. Hier machen sich die Mitarbeiter Luft und sagen, was sie vermeintlich schon immer sagen wollten – mit all den negativen Emotionen, die eine Trennung samt deren Vorgeschichte in Jahren der Zusammenarbeit hervorgebracht hat. Gibt es mehrere solcher Einträge und Beschwerden, werden nicht selten auf diese Weise die kompletten Investitionen in das Employer Branding konterkariert. Der Arbeitgeber steht schlecht da – als Marke, als Unternehmen, mit seiner Führung.

Mit den Mitarbeitern der Chefetagen geht man häufig anders um. Da wird sich zwar auch getrennt, aber hier sind Arbeitgeber viel häufiger bereit, eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu vereinbaren. Dazu gehört neben einer Abfindung und bezahlten Freistellung dann auch noch die Finanzierung eines sogenannten Outplacement-Beraters. Diese hochwertige Beratung umfasst die professionelle Reflexion der bisherigen beruflichen Biographie, die Erstellung perfekter Bewerbungsunterlagen, wertvolle Hinweise zum aktuellen Arbeitsmarkt bis hin zur perfekten Selbstvermarktung im offenen und verdeckten Arbeitsmarkt sowie die entsprechende Inszenierung des Bewerbers. Während Mitarbeiter der unteren Lohngruppen – zumindest bei Konzernen – noch in sogenannten Auffanggesellschaften landen, gibt es im Mittelbau wenig bis gar keine Unterstützung. Wer nicht zum Top-Management gehört, aber für eine Auffanggesellschaft entweder überqualifiziert oder in seinen Kompetenzen zu spezifisch ist, bleibt oft auf der Strecke. Gerade für diese Gruppe ist ein Trennungsmanagement sinnvoll und notwendig.

Eine für beide Seiten optimale Hilfe könnte hier über moderne Beratungsinstrumente gewährleistet werden. Die Digitalisierung hat auch dieses Segment erreicht und anstelle von aufwändigen und teuren Face-to-face-live-Beratungen stehen mittlerweile auch andere Möglichkeiten wie Online-Beratung, Telefonberatung über Skype oder E-Learning-Instrumente zur Verfügung. Leider sind diese Alternativen bisher sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Unternehmen wenig bekannt.

Beispielhaft sei hier ein völlig neuer Weg genannt, der die Vorteile einer hochwertigen Outplacement-Beratung erschwinglich macht: das Job Finder System. Als E-Learning-Angebot konzipiert vermittelt dieser 12-teilige Kurs alle wesentlichen Inhalte einer professionellen Beratung. Angereichert mit Checklisten, Arbeitshilfen, Mustern, Beispielen und nützlichen Formularen bietet das Job Finder System in vier Modulen mit je drei Kapiteln alles, was auch ein professioneller Outplacement-Berater bietet. Die zukünftigen Bewerber können ihre eigene Erfolgsbilanz entwickeln und in praxiserprobte Bewerbungsunterlagen übertragen. Sie lernen alles über den Bewerbungsprozess, den Arbeitsmarkt und die perfekte Selbstinszenierung – vom Profilfoto bis zum Bewerbungsgespräch. Wer das Programm absolviert, hat eine perfekte Anleitung für eine selbständige Neupositionierung am Arbeitsmarkt bekommen und kann mit Stolz und Selbstwert in die Bewerbungsphase gehen. Und das alles zu erschwinglichen Preisen, sowohl für den Selbstzahler als auch für Unternehmen.

Denn das Job Finder System kann nicht nur von Einzelpersonen erworben werden, sondern auch von Unternehmen für Mitarbeiter, von denen sie sich trennen wollen oder müssen. So leisten sie einen Beitrag zur gesunden beruflichen Zukunft ihrer Noch-Mitarbeiter und beweisen, dass sie auch in dieser Veränderungsphase noch Verantwortung übernehmen. Es ist kein Problem, dass man sich trennt, das gehört zum beruflichen Alltag und zum Berufsleben dazu, die Frage ist, wie man sich trennt. Hier ist Anstand gefragt und Unterstützung, möglich auch als Hilfe zur Selbsthilfe.


Christina Kock
Christina Kock ist eine der führenden Outplacement-Beraterinnen. Sie begleitet Top-Führungskräfte im Rahmen ihrer beruflichen Neuorientierung. Mit ihrem Job Finder System gibt sie ihr gesamtes Wissen an alle Fach- und Führungskräfte weiter. Ihr Ziel: Outplacement demokratisieren, indem es für jeden erschwinglich wird.

2 KOMMENTARE

  1. Was Prozess und Tool mit „demokratisieren“ zu tun haben geht mir (noch) nicht ganz auf. Dennoch: ja! Trennungskultur ist Teil der Unternehmenskultur. Daran müssen die Firmen arbeiten.

    Ein Tool und unpersönliche Automatisierung scheinen mir nur eine bedingt gute Lösung für den nötigen Wandel in der HR-Strategie. Hier sollte es zumindest eine gute Mischung aus menschlicher Interaktion mit festem Ansprechpartner und maschinengestützten Aktivitäten geben.

    Selbst biete ich für meine Beratung rund um Digitales Selbstmarketing in XING, LinkedIn und Co inzwischen zwar auch teilweise statische Ressourcen und interaktives Material an – über eine persönliche Beratung und aktives Nachfassen kommen bisherige Methoden trotz vereinzelter Erfolge durch Gamification-Ansätze aber nicht hinaus.

  2. Hallo Herr Ahrens, danke für Ihren Kommentar. Mit dem etwas provokaten Bezug auf die Demokratie ist zu verstehen, daß eine sonst üblicherweise nur einer E l i t e (Führungsebene) zur Verfügung stehende Outplacement Beratererfahrung und -unterstützung über die Digitalisierung nun (fast) jedem Verfügbar gemacht wurde. Ich habe meine gesamten Methoden erfolgreicher Outplacement-Beratungen in 12 kleine, selbst umsetzbare Schritte zergliedert, die mit konkreten Anleitungen, Tools, Vorlagen und praxiserprobten Mustern von jedem relativ leicht auf sich selbst übertragbar sind. Und ich ich gebe Ihnen völlig recht, ganz alleine kann das schwierig und/oder frustierend sein – daher habe ich für jeden Kursanwender eine Beraterstunde in dem Package inkludiert. Vor allem Unternehmen haben jetzt eine sehr schlanke, kostengünstige Möglichkeit, scheidenden Mitarbeitern noch etwas Gutes zu tun. Denn die Höhe von Outplacement-Kosten führt häufig dazu, daß nur Führungskräften die Unterstützung für einen zügigien beruflichen Wiedereinstieg angeboten wird und nicht allen Mitarbeitern.

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