Soziale Verantwortung zertifiziert

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Auch für kleine Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor lohnt sich eine CSR-Zertifizierung. Ehrlichkeit ist das Fundament guter Kommunikation.

CSR ist etwas für die Großen, lautet eine landläufige Meinung. Doch auch kleine Unternehmen stehen in der Pflicht, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden – und sie haben auch die Möglichkeit dazu. Auch bei den vermeintlich Kleinen schauen Kunden genauer hin, wollen nicht mehr nur wissen, was erwirtschaftet, sondern vor allem wie dort gewirtschaftet wird. Denn nicht allein das Produkt eines Unternehmens entscheidet darüber, wie ethisch und im gesamtgesellschaftlichen Kontext verantwortungsbewusst eine Firma handelt, sondern auch die gesamten Liefer- und Wertschöpfungsketten dahinter. Wer sich den Themen Ethik und CSR besonders annehmen möchte, kann sich sogar zertifizieren lassen, beispielsweise bei EcoVadis. Ein intensive Prüfung samt folgendem Audit ergibt hier einen entsprechenden Punktwert, der nicht nur Aufschluss über die eigenen CSR-Standards gibt, sondern auch einen Vergleich mit anderen Unternehmen im Allgemeinen und Wettbewerbern in der Branche im Besonderen ermöglicht. Ein hoher Punktwert und das qualifizierte Benchmarking erlauben es dann auch, gezielt mit den eigenen hohen Standards und der erlangten Zertifizierung zu werben. Ehrlichkeit ist das Fundament guter Kommunikation. Und es ist in keiner Weise verwerflich, sondern geradezu notwendig, mit seinen eigenen CSR-Methoden auch zu werben. Schließlich sind sie ein starkes Unterscheidungsmerkmal auf dem Markt und dienen zudem als Vorbild für andere.

Dass CSR auch für kleine und mittlere Betriebe relevant sein kann, zeigt ein Blick in die tägliche Unternehmenspraxis. Fast jedes Unternehmen arbeitet mit Papier – in Form gedruckter Werbebroschüren oder Flyern oder bei Rechnungen, Geschäftsbriefen und in der internen Kommunikation. Die produzierende Druckerei ist ein Lieferant. Und der wiederum kann und muss sich fragen lassen, mit welchen Chemikalien er arbeitet, woher das Papier stammt, wie ressourcenschonend die Druckmaschinen laufen und ob er entsprechende Öko- und Qualitätszertifikate nachweisen kann. Auch Textilien sind ein Beispiel. Textilien kommen als Arbeitskleidung, neudeutsch Corporate Fashion, zum Einsatz, oder aber auch im Rahmen von Aktionen oder gar als Give-Away. Die Brände in Fabriken in Bangladesch und die teilweise verheerenden Produktionsbedingungen in der Textilbranche dürften vielen noch in guter Erinnerung sein. Wer also Textilien als Werbemittel oder für sein eigenes Unternehmen anschafft, kann durchaus fragen, wo und wie diese gefertigt wurden. Gleiches gilt für Werbemittel, die auch im Hinblick auf ihre logistikbedingte CO²-Bilanz einen kritischen Blick erlauben. Auch bei PCs und elektronischen Geräten gibt es gravierende Unterschiede, die sich oft im Preis ablesen lassen. CSR ist also alltagstauglich und keineswegs nur etwas für große Unternehmen oder solche, die industriell fertigen. Im Gegenteil: Jeder kann CSR in seinem Unternehmen implementieren und so einen Beitrag leisten. Und es kann sich grundsätzlich auch jeder CSR-zertifzieren lassen.

Was ohnehin jedes Unternehmen tun kann, ist kooperativ und fair mit den eigenen Mitarbeitern, mit Kunden und Partnern umgehen. Themen wie flexible Arbeitszeiten für Eltern, besondere Ausbildungsprogramme, ergonomische Arbeitsplätze und gesundheitsfördernde Maßnahmen sind nur ein kleiner Ausschnitt eines schier unendlichen Kataloges. Umweltschutz, Spenden und Sponsoring, ehrenamtliches Engagement eines Unternehmens sowie die Förderung von Ehrenämtern der Beschäftigten sind weitere Gelegenheiten, die sich sowohl positiv kommunizieren lassen als auch einen relevanten Gesellschaftsbeitrag darstellen. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich. Kleine Unternehmen haben hier sogar einen Vorteil: Sie können schneller entscheiden und so viel eindeutiger und nachvollziehbarer eine Kultur der Verantwortung implementieren, die von allen Mitarbeitern sichtbar gelebt wird. CSR wirkt sich hier viel schneller aus, wird zum gelebten und erlebbaren Alltag.

Eine ergänzende Zertifizierung, die eine Verschriftlichung und objektive Bewertung der eigenen CSR-Aktivitäten bedeutet, wirkt darüber hinaus als vertrauensbildende Maßnahme. Der Kunde, Partner oder Lieferant weiß dann, dass er sich dauerhaft auf die hohen ethischen Maßstäbe verlassen kann und dass er sich in einem verantwortungsbewussten Umfeld befindet. Auch als Arbeitgeber profitieren CSR-zertifizierte Unternehmen und sichern sich so die Loyalität ihrer Mitarbeiter. Gutes bewirken zahlt sich aus. Investitionen in soziale Maßnahmen und Aktionen wirken und helfen außerdem, auch den eigenen Ertrag zu steigern – nur eben ethisch und verantwortungsbewusst.


Dietmar Bramsel
Dietmar Bramsel ist Inhaber und Geschäftsführer der Drei Elemente GmbH. Die Bochumer Kommunikationsagentur ist CSR-zertifiziert und begleitet auch ihre Kunden zu einer solchen Zertifizierung. Drei Elemente ist Mitglied im Global Compact Netzwerk der UN.

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